Störung der Tagesblase
Welche Bedeutung haben Harnwegsstörungen?
Harnwegsstörungen sind eine Gruppe von Erkrankungen, die bei rechtzeitiger Diagnose leicht behandelt werden können oder deren mögliche Folgen verhindert werden können. Sowohl die Störung selbst als auch die dadurch verursachten Folgeerkrankungen stellen heutzutage für viele Kinder und Familien ein großes Problem dar. Aus diesem Grund gehören sie zu den wichtigsten Schwerpunkten der Kinderurologie.
Wie lernt man Kindern das Toilettentraining beizubringen?
Neugeborene lassen den Urin ab, sobald sich ihre sehr kleine Blase füllt. Da sie dabei jedoch ihre Schließmuskeln anspannen, die das Zurückhalten des Urins ermöglichen, können sie ihre Blase nicht vollständig entleeren. Mit dem Wachstum des Kindes vergrößert sich auch die Blase. Gleichzeitig lernt das Kind, Blase und Schließmuskel zu kontrollieren und aufeinander abzustimmen. So beginnt es, zur richtigen Zeit und am richtigen Ort die Blase anzuspannen und den Schließmuskel zu entspannen, um zu urinieren, während es zu anderen Zeiten die Blase entspannt und den Schließmuskel anspannt, um den Urin zurückzuhalten. Das Erlernen der Blasenkontrolle bedeutet, dass eine Verbindung zwischen dem Gehirn und dem Nervensystem einerseits und der Blase andererseits hergestellt wird, d. h., dass das Gehirn lernt, die Blase zu steuern. Bis zur vollständigen Kontrolle kann es bis zum 4. Lebensjahr dauern. Die richtige Toilettenerziehung während des Lernprozesses der Blasenkontrolle sorgt dafür, dass diese Strukturen rechtzeitig und gesund funktionieren.
Wann sollte man mit dem Toilettentraining bei Kindern beginnen?
Das Erlernen der Toilettengewohnheiten ist ein wichtiger Entwicklungsschritt im Leben eines Kindes, und mit dem Toilettentraining kann begonnen werden, sobald das Kind 2 Jahre alt ist. Es sollte jedoch nicht vergessen werden, dass es als normal gilt, wenn bis zum vollendeten 4. Lebensjahr noch keine vollständige Trockenheit erreicht ist. Daher sollte man mit dem Training nicht überstürzen, sondern auf einen Zeitpunkt warten, an dem sowohl die Mutter als auch das Kind bereit sind.
Störung der Tagesblase
Probleme mit dem Bettnässen und dem Wasserlassen bei Kindern treten sehr häufig auf und betreffen etwa jeden fünften Schulkind. Zu den häufigsten Problemen beim Wasserlassen zählen ein plötzlicher Harndrang, das Nichtrechtzeitig-Erreichen der Toilette, Harnverlust, Harnwegsinfektionen und Strategien zum Zurückhalten des Urins. Meistens sind diese Symptome darauf zurückzuführen, dass die Blase im Laufe des Wachstums nicht ausreichend mitwächst und Störungen der Speicherfunktion vorliegen. Andererseits können Probleme mit dem Wasserlassen am Tag zusammen mit Bettnässen auftreten, und durch eine Behandlung ist eine Besserung beider Probleme möglich.
Was sind die Ursachen für Harninkontinenz bei Kindern?
Die Symptome von Harnwegsstörungen sind im Folgenden aufgeführt. Sollte bei Ihrem Kind eines dieser Symptome auftreten, sollten Sie einen Kinderurologen aufsuchen:
⦁ Tag- und/oder nachts
⦁ Harnwegsinfektion
⦁ Häufiges Wasserlassen
⦁ Plötzlicher Harndrang
⦁ Schmerzen beim Wasserlassen
⦁ Schwierigkeiten beim Beginn des Wasserlassens
⦁ Pressen beim Wasserlassen
⦁ Unterbrochenes Wasserlassen
⦁ Hocken oder die Beine zu kreuzen
⦁ Bauch- oder Seitenschmerzen beim Wasserlassen
⦁ Seltenes Wasserlassen (3–4 Mal pro Tag oder weniger)
⦁ Der Drang, kurz nach dem Wasserlassen erneut auf die Toilette zu gehen
⦁ Nach dem Wasserlassen und beim Aufstehen tropft noch Urin nach
⦁ Verstopfung: Tritt meist zusammen mit Blasenentleerungsstörungen auf und verschlimmert den Zustand zusätzlich.
Wie lässt sich eine Harnwegsstörung behandeln?
Das Ziel der Behandlung besteht darin, die Harninkontinenz Ihres Kindes frühzeitig zu erkennen, um rechtzeitig mit der Therapie zu beginnen und durch eine sorgfältige Diagnose und Nachsorge dauerhafte Schäden am Harnsystem (Harnwege) zu verhindern.
Ihr Arzt wird eine oder mehrere der folgenden Behandlungsmethoden anwenden. Welche Methode zum Einsatz kommt, hängt von der Art der Harninkontinenz Ihres Kindes und dem jeweiligen Stadium ab.
⦁ Vorbeugung und Behandlung von Verstopfung.
⦁ Toilettentraining: Hierbei handelt es sich um ein Training, das Ihrem Kind helfen soll, das normale Wasserlassen zu erlernen. Im Rahmen des Trainings werden die Abstände zwischen den Toilettengängen, die Dauer des Wasserlassens sowie die Körperhaltung geregelt und sichergestellt, dass das Kind seinen Schließmuskel während des Wasserlassens richtig entspannt. Die Korrektur der Körperhaltung kann durch ein unter die Füße gestelltes Hockerchen erreicht werden
. Eine falsche Körperhaltung beim Wasserlassen, bei der die Knie zusammengeführt werden, lässt sich auch dadurch korrigieren, dass das Kind verkehrt herum auf die Toilette gesetzt wird
⦁ Medikamentöse Behandlung: Wird bei Bedarf in die Therapie einbezogen.
⦁ Harnwegsinfektionen werden verhindert und, falls vorhanden, behandelt.
⦁ Bei fortgeschrittenen Harnwegsstörungen (z. B. Rückfluss von der Blase in die Nieren (vesikoureteraler Reflux), Nierenschäden) werden die erforderlichen Maßnahmen ergriffen.
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