Erektile Dysfunktion

Was ist eine erektile Dysfunktion (Erektionsstörung)?

Definition der erektilen Dysfunktion (ED)

Erektile Dysfunktion (ED), im Volksmund auch als Erektionsstörung bekannt, ist ein Zustand, bei dem ein Mann die für den Geschlechtsverkehr erforderliche Penisversteifung nicht erreichen, nicht ausreichend aufrechterhalten oder während des Geschlechtsverkehrs verlieren kann.

Medizinisch wird eine erektile Dysfunktion als ein Zustand definiert, der mindestens drei Monate andauert und die Lebensqualität des Betroffenen im sexuellen Bereich beeinträchtigt.

Wichtige Punkte

  • Erektile Dysfunktion ≠ vorübergehende Erektionsstörung

  • Erektionsstörungen ≠ unvermeidliche Folge des Alterns

Wie häufig tritt eine Erektionsstörung auf?

  • Bei Männern über 40 Jahren: 30–40 %

  • Bei Männern über 60 Jahren: über 50 Prozent

  • Bei Männern mit Diabetes: 60–70 %

  • Bei Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen: deutlich höher

📌 Eine erektile Dysfunktion kann oft ein Frühwarnzeichen für Herz- und Gefäßerkrankungen sein.

Wie funktioniert der Mechanismus der Erektion (Versteifung)?

Für eine normale Erektion müssen die folgenden Systeme harmonisch zusammenwirken.

Gehirn und zentrales Nervensystem

  • Sexuelles Verlangen (Libido)

  • Psychologischer Hinweis

  • Visuelle, taktile und mentale Reize

Peripheres Nervensystem

  • Beckennerven

  • Kavernöse Nerven

Das Gefäßsystem

  • Erweiterung der Penisarterien

  • Blutfüllung der Schwellkörper

  • Hemmung des venösen Abflusses

Das Hormonsystem

  • Testosteron

  • Schilddrüsenhormone

  • Prolaktin-Haushalt

📌 Eine Störung in einem beliebigen Glied dieser Kette führt zu einer erektilen Dysfunktion.

Ursachen der erektilen Dysfunktion

Vaskuläre erektile Dysfunktion
ist die häufigste Ursache für ED.

  • Arterienverkalkung (Atherosklerose)

  • Bluthochdruck

  • Diabetes

  • Zigarette

  • Hyperlipidämie

  • Metabolisches Syndrom

📌 Da die Blutgefäße des Penis sehr dünn sind, können Erektionsstörungen bereits Jahre vor einem Herzinfarkt oder Schlaganfall auftreten.


ED aufgrund neurologischer Ursachen

  • Rückenmarksverletzungen

  • Operationen bei Bandscheibenvorfällen

  • Multiple Sklerose (MS)

  • Parkinson

  • Diabetische Neuropathie

  • Nervenschäden nach Beckenoperationen

📌 Zu dieser Gruppe gehören Erektionsstörungen, die nach Operationen an Prostata, Blase und Enddarm auftreten.


Hormonelle (endokrinologische) Ursachen

  • Testosteronmangel

  • Hypogonadismus

  • Schilddrüsenerkrankungen

  • Erhöhter Prolaktinspiegel

  • Cortisol-Ungleichgewichte

📌 Testosteronmangel;

  • Die Qualität der Erektion

  • Sexuelles Verlangen


  • t einen direkten Einfluss auf das Ansprechen auf die Behandlung.


Psychogene Erektionsstörung
Sie tritt besonders häufig bei jungen Männern auf.

  • Leistungsangst

  • Depression

  • Angst

  • Beziehungsprobleme

  • Traumatische sexuelle Erfahrungen

📌 Bei Männern, die morgens eine Erektion haben, während des Geschlechtsverkehrs jedoch keine Erektion erreichen können, steht die psychogene ED im Vordergrund.


Arzneimittelbedingte erektile Dysfunktion

  • Antidepressiva (SSRI)

  • Blutdruckmedikamente

  • Medikamente gegen Prostatabeschwerden

  • Bestimmte Herzmedikamente

  • Chemotherapeutika

📌 Bei medikamentenbedingter erektiler Dysfunktion reicht oft bereits ein Wechsel des Medikaments aus.


Erektionsstörungen nach einer Operation und Strahlentherapie

  • Radikale Operationen bei Prostatakrebs

  • Operationen bei Blasenkrebs

  • Strahlentherapie im Beckenbereich

  • Hodenoperationen

📌 Bei Patienten, bei denen keine nervenschonende Operation durchgeführt wird, steigt das Risiko.


Risikofaktoren für Erektionsstörungen

  • Fortgeschrittenes Alter

  • Adipositas

  • Bewegungsmangel

  • Zigaretten und Alkohol

  • Schlafapnoe

  • Chronischer Stress

  • Langfristige Nutzung des Fahrrads

Wie wird eine erektile Dysfunktion diagnostiziert?

Ausführliche Anamnese

  • Dauer der Erektion

  • Startzeit

  • Härtegrad

  • Morgenerektion

  • Partnerstatus

Internationale Umfragen

  • IIEF (Internationaler Index der erektilen Funktion)

  • SHIM-Wert

📌 Es wird nicht nur zur Diagnose, sondern auch zur Beurteilung des Behandlungserfolgs verwendet.

Laboruntersuchungen

  • Gesamt- und freies Testosteron

  • Nüchternblutzucker

  • HbA1c

  • Lipidprofil

  • Prolaktin

  • TSH

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  • Penis-Doppler-Ultraschall

    • Arterielle Insuffizienz

    • Venöse Leckage

    • Die Gefäßstruktur wird beurteilt

📌 Es gilt als Goldstandard bei der Diagnose von ED.

Behandlungsmöglichkeiten bei erektiler Dysfunktion

  • Änderungen des Lebensstils

  • Orale Medikamente

  • Behandlungen durch Injektionen in den Penis

  • Vakuumgeräte

  • Stoßwellentherapie

  • Regenerative Behandlungen

  • Operation zur Implantation einer Penisprothese

📌 Die Behandlung sollte je nach Ursache und individuell auf den Patienten abgestimmt werden.


Grundprinzip bei der Behandlung der erektilen Dysfunktion

Erektile Dysfunktion lässt sich nicht mit einem einzigen Rezept behandeln;

  • warum

  • Alter

  • Begleiterkrankungen

  • Erwartung

  • Partnerstatus

unter Berücksichtigung dieser Aspekte individuell geplant werden.


Änderungen des Lebensstils (Grundlage der Behandlung)

Bei leichter und mittelschwerer ED kann dies bereits für sich allein ausreichend sein.

  • Raucherentwöhnung

  • Abnehmen

  • Mindestens 150 Minuten Bewegung pro Woche

  • Mittelmeerdiät

  • Schlafrhythmus

  • Reduzierung des Alkoholkonsums

📌 Diese Maßnahmen verbessern nicht nur die erektile Funktion, sondern auch die Herz-Kreislauf-Gesundheit.


Orale Medikamente (PDE-5-Hemmer)

  • Sildenafil

  • Tadalafil

  • Vardenafil

  • Avanafil

Wirkmechanismus

  • Entspannung der Blutgefäße im Penis

  • Erhöhte Durchblutung

  • Die Entstehung und Aufrechterhaltung einer Erektion erleichtern

📌 Ohne sexuelle Erregung sind sie nicht wirksam.

Arzneimittelvergleich

  • Sildenafil: 30–60 Minuten / 4–6 Stunden

  • Tadalafil: 30 Minuten / 24–36 Stunden

  • Vardenafil: 30 Minuten / 6–8 Stunden

  • Avanafil: 15–30 Minuten / 6 Stunden

📌 Tadalafil ist auch als „Wochenendpille“ bekannt.


Wenn keine Reaktion auf oral verabreichte Medikamente eintritt

Zu sagen, „das Medikament hat nicht gewirkt“,
bedeutet nicht, dass „die Behandlung beendet ist“.

Behandlungen durch Injektionen in den Penis

  • Die direkte Verabreichung des Medikaments in die Schwellkörper

  • Starke Gefäßerweiterung

  • Eine von Nerven und Hormonen unabhängige Wirkung

📌 Es ist eine der wirksamsten nicht-chirurgischen Behandlungsmethoden.


Vakuumgeräte

  • Sorgt durch Unterdruck für eine Blutfüllung

  • Es bewirkt eine mechanische Verfestigung

📌 Das natürliche Gefühl ist zwar schwach, aber funktional.


Stoßwellentherapie (ESWT)

  • Fördert die Bildung neuer Blutgefäße

  • Verbessert die Gefäßfunktion

📌 Es ist kein Wunder für sich, sondern Teil einer Kombinationstherapie.


Regenerative Behandlungen (PRP – Exosomen – Stammzellen)

  • Geweberegeneration

  • Das Ziel ist die Regeneration von Nerven und Gefäßen

📌 Sie ist keine Alternative zur Standardtherapie, sondern eine Ergänzung dazu.


Penisprothesen-Operation (dauerhafte Lösung)

Diese Maßnahme wird angewendet, wenn alle anderen Behandlungen erfolglos geblieben sind und eine dauerhafte Lösung angestrebt wird.

  • Verformbar (malleabel)

  • Aufblasbar (inflatable)

📌 Derzeit liegt die Patientenzufriedenheit bei über 90 %.

Was passiert, wenn die Krankheit nicht behandelt wird?

  • Sexuelle Unlust

  • Depression

  • Beziehungsprobleme

  • Verlust des Selbstvertrauens

  • Soziale Isolation


Ergebnis und allgemeine Bewertung

Erektile Dysfunktion ist heutzutage eine Erkrankung, die mit großem Erfolg behandelt werden kann.
Wichtig ist, dass;

  • richtige Diagnose

  • die Ermittlung der zugrunde liegenden Ursache

  • Es handelt sich um einen individuell abgestimmten Behandlungsplan.

Eine Erektionsstörung ist kein unabwendbares Schicksal.
Mit einer frühzeitigen Behandlung und einem wissenschaftlich fundierten Ansatz ist eine Lösung möglich.

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