MR-Fusionsbiopsie der Prostata
- Wie wird die Diagnose „Prostatakrebs“ gestellt?
- Was erfahren wir durch eine Prostatabiopsie?
- Warum ist die fusionsgestützte Biopsie mittels multiparametrischer MRT so wichtig?
- Wie wird eine MR-gestützte gezielte Fusionsbiopsie durchgeführt?
- Was sind die klinischen Vorteile der MR-gestützten Fusionstechnologie?
Wie wird die Diagnose „Prostatakrebs“ gestellt?
Jeder Mann sollte sich ab dem 50. Lebensjahr einmal jährlich einer Prostatauntersuchung und einer Kontrolle des PSA-Wertes im Serum unterziehen. Bei Patienten mit Prostatakrebs in der Familienanamnese sollte diese Untersuchung bereits ab dem 45. Lebensjahr durchgeführt werden. Der Verdacht auf Prostatakrebs ergibt sich in der Regel aus einem erhöhten PSA-Wert im Blut und/oder aus verdächtigen Befunden bei der Prostatauntersuchung. Patienten, bei denen im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen der Verdacht auf Prostatakrebs besteht, sollte eine Biopsie empfohlen werden.
Was erfahren wir durch eine Prostatabiopsie?
Das Hauptziel einer Biopsie ist es, festzustellen, ob beim Patienten Krebs vorliegt. Zudem werden die charakteristischen Merkmale des Krebses beurteilt, und auf der Grundlage dieser Informationen kann der Behandlungsansatz festgelegt werden.
Warum ist die fusionsgestützte Biopsie mittels multiparametrischer MRT so wichtig?
Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Die Standardmethode zur Diagnose besteht in einer systematischen Entnahme von 10 bis 14 Prostatabiopsien unter transrektaler Ultraschallführung (TRUS). Die Erkennungsrate von Krebserkrankungen liegt bei dieser Methode zwischen 27 % und 40 %, wobei 20–25 % der klinisch relevanten Krebserkrankungen übersehen werden und zudem eine beträchtliche Anzahl klinisch unbedeutender Krebserkrankungen diagnostiziert wird. Patienten, bei denen eine klinisch relevante Krebserkrankung nicht erkannt wird, erhalten nicht die erforderliche Behandlung, und es kann erforderlich werden, eine zweite oder sogar dritte Biopsie durchzuführen.
Mit der multiparametrischen Magnetresonanztomographie, die in den letzten Jahren weiterentwickelt wurde und mittlerweile weit verbreitet ist, lässt sich die Prostata detailliert untersuchen. So ist es möglich, festzustellen, ob in der Prostata Krebs vorliegt, wo er sich gegebenenfalls befindet, wie groß er ist und – was vielleicht am wichtigsten ist – ob es sich um einen aggressiven Krebs handelt. Mit dieser Methode lassen sich sogar Krebsherde von nur 2–3 mm Größe erkennen. Daher ist es bei Patienten, bei denen klinisch der Verdacht auf Prostatakrebs besteht, äußerst wichtig, diese Methode vor der Biopsie anzuwenden, um eine korrekte Indikation für die Biopsie zu gewährleisten und unsere Patienten vor unnötigen Biopsien zu schützen. Folglich ist es von größter Bedeutung, vor der Biopsie die multiparametrische MRT-Methode anzuwenden und, falls bei dieser Untersuchung verdächtige Herde festgestellt werden, während der Biopsie die MRT-Führung zu nutzen.
Wie wird eine MR-gestützte gezielte Fusionsbiopsie durchgeführt?
Bei der zielgerichteten Prostatafusionsbiopsie werden multiparametrische MRT-Bilder der Prostata mithilfe einer speziellen Software verarbeitet, um ein dreidimensionales Modell der Prostata zu erstellen. In diesem dreidimensionalen Modell werden Bereiche markiert, bei denen der Verdacht auf Krebs besteht. Diese dreidimensionalen Bilder werden an die Biopsieplattform übertragen. Während der Biopsie werden die vom TRUS-Gerät erfassten Prostatabilder auf demselben Gerät dreidimensional dargestellt, und anschließend wird durch Überlagerung der MRT- und TRUS-Bilder der Fusionsvorgang durchgeführt. Danach wird die Biopsie mit nur millimetergenauen Abweichungen von den markierten verdächtigen MRT-Bereichen durchgeführt. Dank dieses Systems können Biopsien direkt aus den markierten Bereichen entnommen werden.
Was sind die klinischen Vorteile der MR-gestützten Fusionstechnologie?
- Im Gegensatz zur standardmäßigen Blindbiopsie erfolgt die Probenentnahme bei der multiparametrischen MRT aufgrund der dreidimensionalen Darstellung mit minimalen Abweichungen und Fehlern in den tumorverdächtigen Bereichen.
- Im Vergleich zu Standardbiopsien werden bei dieser Methode 30 % mehr Krebsfälle erkannt.
- Die Notwendigkeit wiederholter Biopsien nimmt ab.
- Die Diagnose von klinisch irrelevanten Krebserkrankungen, d. h. von Krebserkrankungen, die für den Patienten keinerlei Schaden verursachen, wird durch die Fusionsbiopsie-Methode in erheblichem Maße vermieden. Dadurch werden unnötige große Operationen verhindert.
- Im Vergleich zur systemischen Biopsie führt dies zu einer um 30 % höheren Erkennungsrate klinisch relevanter, d. h. aggressiver Krebserkrankungen.
- Die Stellen, an denen eine Biopsie entnommen wurde, lassen sich genau bestimmen und speichern. Für Patienten, die sich im sogenannten „aktiven Beobachtungs“protokoll befinden, stellt dies einen großen Vorteil dar.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass;
Die MR-Fusionsbiopsie hat durch die Überwindung der Defizite der systemischen Biopsie zu einem Paradigmenwechsel in der Diagnose von Prostatakrebs geführt. Die Fusions-Prostatabiopsie ermöglicht die Entnahme von Biopsieproben direkt aus den mittels MRT identifizierten, krebsverdächtigen Bereichen. Zudem verhindert sie unnötige Behandlungen, indem sie die Diagnose klinisch unbedeutender Erkrankungen reduziert. Im Gegenzug weist sie eine hohe Wirksamkeit bei der Erkennung aktiver Krebserkrankungen auf.
Vor diesem Hintergrund wird empfohlen, bei allen Männern mit erhöhtem Prostatakrebsrisiko vor der Biopsie eine MRT-Untersuchung und anschließend eine Fusionsbiopsie durchzuführen.
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