Nierenzysten
Was isteine Nierenzyste?
Nierenzysten sind runde, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, die sich auf oder in den Nieren bilden. Einfache Nierenzysten sind die häufigsten Läsionen in der menschlichen Niere und stellen eine erworbene Erkrankung der Nieren dar. Mit zunehmendem Alter steigt ihre Häufigkeit an und bei Männern und Frauen über 50 Jahren liegt die Prävalenz bei 50 %. In der Regel verursachen sie keine Beschwerden und werden meist zufällig bei radiologischen Röntgenuntersuchungen entdeckt.
Auch wenn die überwiegende Mehrheit der Nierenzysten, die wir als „einfache Zysten“ bezeichnen, keinen Anlass zur Sorge hinsichtlich einer Krebserkrankung gibt, können bei bildgebenden Verfahren Befunde festgestellt werden, die auf eine mögliche Krebserkrankung hindeuten. Mithilfe bildgebender Verfahren wird eine Differentialdiagnose der Zysten gestellt und hinsichtlich einer möglichen Krebserkrankung beurteilt; entsprechend werden die Nachsorge und die Behandlung der Zysten geplant.
Wenn die Blasenentleerung aufgrund von Erkrankungen wie einer gutartigen Prostatavergrößerung, Prostatakrebs oder einer neurogenen Blase unzureichend ist und nach dem Wasserlassen Restharn zurückbleibt, können sich Blasensteine bilden. Außerdem können sie durch Infektionen der Blase entstehen.
Wer ist gefährdet?
⦁ Alter: Mit zunehmendem Alter steigt die Häufigkeit von Nierenzysten
⦁ Geschlecht: Bei Männern treten sie häufiger (2- bis 3-mal häufiger) auf.
⦁ Nierensteine: stellen einen Risikofaktor für Nierenzysten dar
⦁ Nierenfunktionsstörung oder Niereninsuffizienz
⦁ Bluthochdruck
⦁ Rauchen wird als Risikofaktor für die Entstehung einfacher Nierenzysten genannt
Symptome
⦁ Nierenzysten verursachen in der Regel kaum Beschwerden
⦁ Eine im Bauchraum tastbare Schwellung,
⦁ Seitenschmerzen,
⦁ Bluthochdruck
⦁ Blut im Urin (Hämaturie),
⦁ Durch den Druck der Nierenzyste bedingte Erweiterung und Obstruktion der Niere
⦁ Durch eine Ausstülpung in die Nierenhöhle (Divertikel) oder durch den Verschluss der Verbindung zwischen Divertikel und Niere kann eine neue Zyste entstehen
Diagnose
Ultraschall (USG):Er ist die Bildgebungsmethode der ersten Wahl bei der Diagnose einfacher Nierenzysten.
Computertomographie (CT):Die diagnostischen Merkmale einfacherNierenzysten sind bei der CT ähnlich wie beim Ultraschall. Die CT ist ein häufig verwendetes bildgebendes Verfahren zur Beurteilung der anatomischen und vaskulären Strukturen, insbesondere in Fällen, in denen eine Differentialdiagnose der Zyste mittels Ultraschall nicht möglich ist, oder bei Patienten, bei denen ein chirurgischer Eingriff aufgrund einer Zyste geplant ist.
Da Zysten keine Blutgefäße besitzen und nicht direkt mit den für die Urinfiltration zuständigen Einheiten (Nephronen) verbunden sind, zeigen sie keine Kontrastmittelanreicherung. Liegt eine Kontrastmittelanreicherung in der Zyste oder in der Zystenwand und den Septen vor, ist dies ein Hinweis auf eine Durchblutung der Zyste und sollte daher einen starken Verdacht auf Krebs wecken.
Magnetresonanztomographie (MRT): Obwohl die MRT genauere Informationen über die Zystenflüssigkeit liefert, bietet sie keine wesentlich umfangreicheren oder wertvolleren Erkenntnisse als Ultraschall oder CT. In Fällen, in denen die Befunde bei Ultraschall und CT nicht eindeutig sind, dient sie als bildgebendes Verfahren zur Differentialdiagnose.
Behandlung
Viele einfache Nierenzysten werden zufällig diagnostiziert; sie befinden sich in der Regel am Rand der Niere, d. h. in Form einer über den Konturrand hinausragenden Ausbuchtung, und verursachen keine Beschwerden oder Symptome. Wenn eine einfache Nierenzyste keinerlei Symptome oder Beschwerden verursacht und die Nierenfunktion nicht beeinträchtigt, ist möglicherweise keine Behandlung erforderlich.
Sie können in regelmäßigen Abständen überwacht werden. Wenn sich während dieser Kontrollen die Beschaffenheit und Größe der Zyste verändert und sie Symptome oder Beschwerden verursacht, kann eine Behandlung empfohlen werden. Manchmal kann eine einfache Nierenzyste – wenn auch selten – mit der Zeit von selbst verschwinden.
Offene Chirurgie
Auch wenn die Erfolgsraten der offenen Chirurgie hoch sind, wird sie unter den heutigen Bedingungen aufgrund der Notwendigkeit, einen großen Schnitt vorzunehmen, um die Zyste zu erreichen, sowie wegen möglicher postoperativer Schmerzen, Komplikationen und Narbenbildung eher selten gewählt.
Laparoskopische Operation unter geschlossener Technik
Es weist hohe Erfolgsraten auf und gilt als weniger invasiv und weniger traumatisch als die offene Chirurgie.
Einfache Nierenzysten, die die Behandlungskriterien erfüllen, können durch eine laparoskopische Zystenentfernung sicher und wirksam behandelt werden.
Sie können in regelmäßigen Abständen überwacht werden. Wenn sich während dieser Kontrollen die Beschaffenheit und Größe der Zyste verändert und sie Symptome oder Beschwerden verursacht, kann eine Behandlung empfohlen werden. Manchmal kann eine einfache Nierenzyste – wenn auch selten – mit der Zeit von selbst verschwinden.
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