Hypospadie

Was ist Hypospadie?

Bei einer Hypospadie befindet sich die Harnröhrenöffnung unterhalb der Stelle, an der sie normalerweise liegen sollte. Auch wenn es im Volksmund harmlos als „Prophetenschnitt“ oder „angeborene Beschneidung“ bezeichnet wird, handelt es sich doch um einen sehr wichtigen chirurgischen Eingriff, der nur operativ korrigiert werden kann. Diese Erkrankung, die in der Regel bereits bei der Geburt diagnostiziert wird, kann in sehr unterschiedlichen Ausprägungen auftreten. Die Ursache ist zwar nicht genau bekannt, es wird jedoch vermutet, dass bestimmte hormonelle Faktoren eine Rolle spielen könnten.

Wie häufig tritt Hypospadie auf? 

Es handelt sich um ein Problem, das bei etwa einem von 250 Kindern auftritt. Es wird jedoch angenommen, dass die Häufigkeit in letzter Zeit zugenommen hat. Das Vorliegen dieser Erkrankung bei einem Geschwisterkind oder beim Vater erhöht das Risiko. Darüber hinaus wird darauf hingewiesen, dass auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen könnten; außerdem wird berichtet, dass die Häufigkeit bei männlichen Kindern, die nach einer In-vitro-Fertilisation geboren wurden, etwas erhöht ist.

Wie wird die Diagnose „Hypospadie“ gestellt?

Die Diagnose wird ausschließlich anhand der körperlichen Untersuchung gestellt. Die tief liegende Harnröhrenöffnung und das Fehlen der Vorhaut an der Vorderseite reichen für die Diagnosestellung aus.

Warum sollte eine Hypospadie behandelt werden?

Die Behandlung zielt darauf ab, durch die Schaffung einer normal gelegenen Harnröhrenöffnung einen funktionell und anatomisch einwandfreien Penis zu erzielen. Ein bei diesen Kindern möglicherweise vorhandener Cord (eine unelastische Struktur an der Vorderseite des Penis) kann während der Erektion zu einer Krümmung des Penis führen. Dies kann sich später negativ auf das Sexualleben auswirken. Im Rahmen der Korrekturoperation wird auch diese Struktur behandelt.

Wie wird eine Hypospadie behandelt?

Die Behandlung erfolgt chirurgisch. Ziel der Behandlung ist es, den Harnweg mithilfe einer Sonde zu einem Schlauch zu formen und dessen Durchgängigkeit sicherzustellen. Unter Berücksichtigung von Faktoren wie dem Schweregrad der Erkrankung und einer eventuellen früheren Operation gibt es Hunderte von Operationstechniken. Das Endziel ist jedoch immer dasselbe. Hier muss unbedingt darauf hingewiesen werden, dass die Vorhaut hinter dem Penis bei der Operation verwendet wird. Daher ist es äußerst wichtig, dass Kinder mit Hypospadie nicht beschnitten werden. Bei beschnittenen Patienten ist die Hypospadie-Operation schwieriger, und die Komplikationsrate nach der Operation steigt. Das für die Operation am besten geeignete Alter ist der Zeitraum (6 Monate bis 1 Jahr), in dem das Kind psychologisch am wenigsten von einem Eingriff an den Geschlechtsorganen beeinträchtigt wird. Je nach Lage der Harnröhrenöffnung und der Entscheidung Ihres Arztes kann die Behandlung in einer oder zwei Sitzungen geplant werden.

Senden Sie Ihre Nachricht

    Ali Şahin Design