Nervendurchtrennung (selektive dorsale Penisneurektomie) bei der Behandlung vorzeitiger Ejakulation
Nervendurchtrennung (selektive dorsale Penisneurektomie) bei der Behandlung vorzeitiger Ejakulation
Was ist eine Nervenunterbrechung (selektive dorsale Penisneurektomie)?
Die selektive dorsale Penisneurektomie ist ein chirurgischer Eingriff, der zur Behandlung der vorzeitigen Ejakulation durchgeführt wird, um die Überempfindlichkeit der Eichel zu verringern.
Bei dieser Methode:
die für die Empfindung an der Penisspitze zuständig sind
Ausgewählte Äste des dorsalen Penisnervs
Unter dem Mikroskop oder unter Vergrößerung
Es wird in kontrollierter und begrenzter Weise geschnitten
Ziel
👉 Es geht nicht darum, das Gefühl im Penis vollständig zu beseitigen,
👉 sondern darum, die übermäßige Erregbarkeit auf ein physiologisches Maß zurückzuführen.
Der Wirkmechanismus der Nervendurchtrennung
Der Ejakulationsreflex beginnt damit, dass sensorische Reize aus dem Penis an die Zentren im Rückenmark und im Gehirn weitergeleitet werden.
Bei einigen Männern mit vorzeitiger Ejakulation:
Die Empfindlichkeit der Eichel ist stärker als normal
Der Ejakulationsreflex wird durch einen sehr schwachen Reiz ausgelöst
Durch selektive Neurotomie:
Die Reizleitung wird teilweise eingeschränkt
Die Reflexschwelle wird angehoben
Die Ejakulationszeit verlängert sich
Das Gefühl der Kontrolle nimmt zu
Für wen ist es geeignet?
Eine Nervendurchtrennungsoperation ist nicht für jeden Patienten mit vorzeitiger Ejakulation geeignet.
Geeignetes Patientenprofil
Primäre (lebenslange) vorzeitige Ejakulation
Deutliche Empfindlichkeit der Eichel
Positive Reaktion auf Tests mit Lokalanästhetika (Lidocain-Test)
Patienten, bei denen Medikamente und andere konservative Behandlungsmethoden keinen Erfolg gezeigt haben
Patienten mit realistischen Erwartungen und ausreichender Aufklärung
Nicht geeignete Patienten
Fälle, in denen psychologische Ursachen im Vordergrund stehen
Sekundäre vorzeitige Ejakulation (Prostatitis usw.)
Patienten mit Erektionsstörungen
Unrealistische Erwartungen
Personen, die auf eine „endgültige Lösung“ hoffen
Voruntersuchung vor der Operation
Die Entscheidung über eine Nervendurchtrennung sollte erst nach einer eingehenden Abwägung getroffen werden.
In der Bewertung:
Ausführliche sexuelle Anamnese
Messung der IELT (Intravaginale Ejakulationslatenzzeit)
Sensorische Kartierung des Penis
Test mit einem Lokalanästhetikum
Gegebenenfalls eine psychosexuelle Beurteilung
wird durchgeführt.
Wie wird eine Nervendurchtrennungsoperation durchgeführt?
Chirurgische Technik
Der Eingriff wird in der Regel unter Lokalanästhesie oder Spinalanästhesie durchgeführt.
An der Rückseite des Penis wird ein kleiner Schnitt vorgenommen
Die Äste des Dorsalnervs werden unter dem Mikroskop identifiziert
Es werden nur ausgewählte Zweige abgeschnitten
Es werden auf keinen Fall alle Nerven durchtrennt.
Operationsdauer:
👉 Etwa 30–60 Minuten
Krankenhausaufenthalt:
👉 Meistens nicht erforderlich
Der postoperative Verlauf
Entlassung noch am selben Tag
Es können leichte Schmerzen und Schwellungen auftreten
Es wird eine sexuelle Enthaltsamkeit von 7–10 Tagen empfohlen
Rückkehr zum normalen Sexualleben innerhalb von 3–4 Wochen
Aktivitäts- und Erfolgsraten
Die in der Literatur berichteten Ergebnisse sind unterschiedlich:
Es gibt Studien, in denen ein 2- bis 4-facher Anstieg der IELT-Dauer berichtet wird
Die Patientenzufriedenheit schwankt zwischen 50 und 70 Prozent
Hinsichtlich der Langzeitergebnisse herrscht keine Einigkeit
📌 Aus diesem Grund sollte die Nervendurchtrennung nur bei ausgewählten Patienten und als letzte Behandlungsmöglichkeit in Betracht gezogen werden.
Mögliche Risiken und Komplikationen
Eine Nervendurchtrennungsoperation ist ein irreversibler Eingriff.
Mögliche Risiken:
Dauerhafter Gefühlsverlust
Benommenheit
Abnahme der sexuellen Lust
Störung des Befriedigungsgefühls
Seltene Erektionsstörungen
Der erwartete Nutzen bleibt aus
Aus diesem Grund muss der Patient unbedingt ausführlich aufgeklärt werden.
Ethische und wissenschaftliche Debatten
In internationalen Leitlinien:
Eine Nervenunterbrechungsoperation wird nicht routinemäßig empfohlen.
Die Anwendung wird in erfahrenen Zentren und bei ausgewählten Patienten empfohlen
Heutzutage stehen weniger invasive Methoden (Nervenvereisung, Füllung usw.) im Vordergrund.
Häufig gestellte Fragen
Ist eine Nervenunterbrechung dauerhaft?
Ja. Durchtrennte Nerven erholen sich nicht wieder.
Verschwindet das Gefühl vollständig?
Das Ziel ist nicht der vollständige Verlust des Gefühls; bei einigen Patienten kann es jedoch zu einer deutlichen Abnahme kommen.
Kann es zu einer Erektionsstörung führen?
Die Nerven, die direkt für die Erektion zuständig sind, werden nicht durchtrennt; es kann jedoch zu indirekten Auswirkungen kommen.
Funktioniert das bei jedem?
Nein. Die Auswahl der Patienten ist der entscheidende Punkt.
Ergebnis und Auswertung
Die Nervenunterbindung (selektive dorsale Penisneurektomie) ist eine fortgeschrittene und irreversible chirurgische Option zur Behandlung der vorzeitigen Ejakulation, die nur bei sorgfältig ausgewählten Patienten und unter der Leitung erfahrener Chirurgen durchgeführt werden sollte.
Im modernen Ansatz:
Zunächst medizinische und minimalinvasive Methoden
Chirurgie als letzte Maßnahme
sollte bedacht werden.
Die Erstellung eines individuellen Behandlungsplans für jeden Patienten ist von grundlegender Bedeutung.