Behandlung der Prostatitis mit Stoßwellen
STOSSWELLENTHERAPIE (ESWT) BEI PROSTATITIS

Prostatitis ist eine bei Männern häufig auftretende Erkrankung, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt. Insbesonderedie chronische Prostatitis bzw. das chronische Becken-Schmerz-Syndrom (CPPS) macht mehr als 80 % aller Prostatitis-Fälle aus und lässt sich oft trotz Standardbehandlungen (Antibiotika, Schmerzmittel, Alpha-Blocker) nicht vollständig heilen. Aus diesem Grund wurden in der modernen Urologie neue Behandlungsansätze entwickelt.
Eine dieser neuen Methodenist die Stoßwellentherapie (ESWT – Extracorporeal Shock Wave Therapy), deren Wirksamkeit in den letzten Jahren durch wissenschaftliche Studien nachgewiesen wurde. Während die ESWT ursprünglich in der Orthopädie und Urologie (bei Erektionsstörungen) eingesetzt wurde, hat sie sich auch bei Männern mit Prostatitis als erfolgreich erwiesen, um Beckenschmerzen und Harnwegsbeschwerden zu lindern.
Auf dieser Seite erfahren Sie ausführlich,wie die Stoßwellentherapie bei Prostatitisfunktioniert,für wen sie geeignet ist,wie ihr wissenschaftlicher Wirkmechanismus aussieht,welche klinischen Wirkungen sie hat,wie die Behandlungssitzungen ablaufen,welche Erfolgsraten erzielt werdenundwelche Nebenwirkungenauftreten können.
- Was sind Prostatitis und CPPS?
(Um den Wirkungsbereich der ESWT zu verstehen)**
Prostatitis ist ein Krankheitsbild, das durch eine Infektion, Entzündung oder eine durch Muskelkrämpfe bedingte Reizung der Prostata entsteht. Die Prostatitis wird in vier Haupttypen unterteilt:
- Typ I:Akute bakterielle Prostatitis
- Typ II:Chronische bakterielle Prostatitis
- Typ IIIA / IIIB:Chronische Prostatitis / Chronisches Becken-Schmerzsyndrom (CPPS)
- Typ IV:Asymptomatische Prostataentzündung
Die Stoßwellentherapie istinsbesondere bei Prostatitis Typ III, alsobeim chronischen Becken-Schmerz-Syndrom, eine der wirksamsten Behandlungsmethoden.
- Was ist die Stoßwellentherapie (ESWT) bei Prostatitis?
ESWT ist einenichtoperative,medikamentenfreie undschmerzfreieBehandlungsmethode, bei der akustische Wellen niedriger Intensität auf die Muskeln, Nerven und das Gewebe im Beckenbereich angewendet werden.
Diese Wellen:
- Löst Krämpfe der Beckenbodenmuskulatur
- Verringert die Nervenempfindlichkeit
- Fördert die Durchblutung
- Fördert die Regeneration der Mikrogefäße
- Entspannt das Muskel- und Fasziengewebe
Diese Auswirkungen treten bei Patienten mit Prostatitis auf:
- Schmerzen im Beckenbereich
- Schmerzen im Dammbereich
- Ein Druckgefühl im Anus
- Brennen beim Wasserlassen
- Schmerzen beim Samenerguss
trägt dazu bei, dass solche Symptome nachlassen.
**3. Wirkmechanismus der ESWT bei Prostatitis**
(Wissenschaftliche Erklärung)**
Die heilende Wirkung der ESWT bei Prostatitis ist vielschichtig. Moderne Forschungsergebnisse haben drei grundlegende Wirkmechanismen identifiziert:
- A) Entspannt die Beckenbodenmuskulatur (myofasziale Wirkung)
Bei einem Großteil der Männer mit chronischer Prostatitisist das eigentliche Hauptproblemein Krampf der Beckenbodenmuskulatur.
Stoßwellentherapie:
- Löst Triggerpunkte in den Muskeln
- Entspannt die Beckenbodenmuskulatur
- Lindert Verspannungen im Anal-Sphinkter und im Bereich der Prostata
- Senkt den Kanaldruck
Dieser Mechanismus entfaltet eine sehr starke Wirkung bei der Linderung von Harnbeschwerden und Schmerzen.
- B) Verringert die Nervenempfindlichkeit (neuromodulatorische Wirkung)
Bei chronischer Prostatitis werden die Beckennerven überempfindlich. Dies führt zu:
- Verstärkt die Schmerzen
- Es verursacht ein Brennen und ein Stechen
- Verstärkt die Schmerzen beim Samenerguss
ESWT lindert neuropathische Schmerzen, indem es die Empfindlichkeit der Nervenrezeptoren verringert.
- C) Fördert die Bildung von Mikrogefäßen (angiogenetische Wirkung)
Schockwellen bewirken eine Regeneration der Mikrogefäße im Gewebe.
Prostata und Beckenboden:
- Die Durchblutung nimmt zu
- Die Sauerstoffversorgung steigt
- Chronische Entzündungen lassen nach
- Die Gewebeversorgung verbessert sich
Diese Wirkung beschleunigt insbesondere beim chronischen Beckenschmerzsyndrom den Heilungsprozess.
Für wen ist die Stoßwellentherapie bei Prostatitis geeignet?
Die ESWT ist insbesondere bei den folgenden Formen der Prostatitis wirksam:
✔ Chronische Prostatitis Typ IIIA (entzündliche CPPS)
Es zeigt eine sehr gute Wirksamkeit bei Schmerzen, Entzündungen und im aseptischen Krankheitsbild.
✔ Chronische Prostatitis Typ IIIB (nichtentzündliche CPPS)
Sie ist eine der wirksamsten Behandlungsmethoden bei einer durch Beckenmuskelkrämpfe bedingten Prostatitis.
✔ Anhaltende Schmerzen nach Schüben einer chronischen bakteriellen Prostatitis
Wenn die Infektion abgeklungen ist, die Schmerzen aber weiterhin bestehen, ist die ESWT sehr hilfreich.
✔ Männer mit Beckenbodenmuskelkrämpfen
Diese Gruppe macht 70 % der Männer mit Prostatitis aus.
✔ Personen mit Schmerzen im Dammbereich und einem Druckgefühl im Anus
✔ Patienten, die nicht auf Antibiotika ansprechen
Insbesondere bei Männern mit Typ-IIIB-Prostatitis ist dies die wirksamste Behandlung.
✓ FÜR WEN IST ES NICHT GEEIGNET?
- Aktive Infektion (Prostatitis Typ I)
- Hohes Fieber
- Verdacht auf Abse
- Kürzlich durchgeführte Operation
In solchen Fällen muss zunächst die Infektion behandelt werden.
- Wie wird die ESWT-Behandlung bei Prostatitis durchgeführt?
Die Behandlung erfolgt vollständig ambulant und ist schmerzfrei. Die Behandlungsdauer beträgt in der Regel 10–20 Minuten.
1) Beurteilungsuntersuchung
- Die Beckenbodenmuskulatur wird untersucht
- Die Triggerpunkte im Dammbereich werden lokalisiert
- Die Empfindlichkeit der Prostata wird untersucht
- Der Harnfluss und die Symptomwerte werden bewertet
2) Der Behandlungsbereich wird festgelegt
Schockwellen können in folgenden Bereichen angewendet werden:
- Perineum (Bereich zwischen Anus und Hoden)
- Beckenbodenmuskulatur
- Bereich um den Analsphinkter
- Verlauf des Pudendusnervs
- Schamgegend
- Reflexionsbereiche der Prostata
3) Anwendung
- Das Gel wird aufgetragen
- Das Stoßwellen-Gerät berührt die Zielstelle
- Es wird akustische Energie mit niedriger bis mittlerer Intensität angewendet
- Der Patient verspürt keine Schmerzen, es kann jedoch ein leichtes Druckgefühl auftreten.
4) Dauer der Sitzung
Jede Sitzung dauert 10–20 Minuten.
5) Häufigkeit der Behandlung
Gemäß den wissenschaftlichen Protokollen:
- 1–2 Trainingseinheiten pro Woche
- Insgesamt 4–12 Sitzungen
Bei schweren CPPS-Fällen werden 12 Sitzungen empfohlen.
6) Nach der Behandlung
- Der Patient kehrt sofort in seinen Alltag zurück
- Geschlechtsverkehr ist noch am selben Tag möglich
- Eine Besserung ist in der Regel bereits nach 2–4 Sitzungen spürbar
6. Die Auswirkungen der ESWT auf die Prostatitis
(Klinische Ergebnisse + wissenschaftliche Daten)**
Wissenschaftliche Studien zur Stoßwellentherapie:
Führt zu einer Verringerung der Beckenschmerzen um 50–80 %
Insbesondere die Schmerzen im Perinealbereich und im Beckenboden lassen dramatisch nach.
Sorgt für Erleichterung beim Wasserlassen
- Stromanstieg
- Verringerung der Verbrennung
- Verbesserung des Harndrangs
Lindert Schmerzen beim Samenerguss
Schmerzen beim Samenerguss gehören zu den beschwerlichsten Symptomen einer Prostatitis; die ESWT ist bei diesem Symptom sehr wirksam.
Verbessert die sexuelle Funktion
CPPS kann zu Erektionsstörungen führen. Durch die ESWT wird die Durchblutung des Beckens gesteigert, wodurch sich die sexuelle Funktion verbessern kann.
Wirksam bei antibiotikaresistenten Prostatitiden
Da es sich nicht um eine bakterielle Infektion handelt, helfen Antibiotika nicht; die ESWT zielt auf das eigentliche Problem ab, nämlichdie Muskel- und Nervenempfindlichkeit.
7. Wissenschaftliche Belege für die ESWT-Behandlung der Prostatitis
- Es ist nachgewiesen, dass es Beckenschmerzen lindert
- Führt zu einem deutlichen Rückgang der NIH-CPSI-Werte
- Verringert die Nervenempfindlichkeit
- Löst Muskelkrämpfe
- Sorgt bei chronischer Prostatitis für langanhaltende Linderung
- Verbessert die Harnfunktion
- Trägt zur Erektionsfähigkeit bei
Aus diesem Grund hat es sich weltweit zu einer der bevorzugten Behandlungsmethoden für CPPS entwickelt.
- Vorteile der ESWT-Behandlung
✔ Keine Operation
✔ Keine Nadel
✔ Erfordert keine Medikamente
✔ Es ist völlig schmerzfrei
✔ Die Sitzungen dauern nicht lange
✔ Sofortige Rückkehr zum Alltag
✔ Die Wirkung setzt innerhalb von 2–4 Sitzungen ein
✔ Sorgt für eine langfristige, dauerhafte Besserung
- Mögliche Nebenwirkungen der ESWT-Behandlung
Die ESWT ist eine Behandlung mit geringem Risiko.
Mögliche, aber seltene Nebenwirkungen:
- Leichte Rötung
- Vorübergehende Empfindlichkeit
- Mit sehr geringer Wahrscheinlichkeit ein Bluterguss
Die Behandlung ist in der Regel äußerst sicher.
- Die Kombination von ESWT mit anderen Therapien bei der Behandlung von Prostatitis
Die Wirkung der ESWT lässt sich bei manchen Patienten durch kombinierte Behandlungsprotokolle verstärken:
1) ESWT + Physiotherapie für den Beckenboden
Es handelt sich um die wirksamste Behandlungskombination.
Muskelentspannung + ESWT = Maximale Entspannung
2) ESWT + Alpha-Blocker
Der Harnfluss wird noch angenehmer.
3) ESWT + entzündungshemmende Medikamente
Insbesondere bei akuten Schüben ist dies eine gute Kombination.
4) ESWT + Warme Sitzbäder
Unterstützt die Muskelentspannung.
5) ESWT + Triggerpunkt-Massage / Manuelle Therapie
Die Triggerpunkte im Beckenboden werden gelöst.
- Der zu erwartende Genesungsprozess nach einer ESWT-Behandlung bei Prostatitis
1–2 Wochen:
Leichte Linderung der Schmerzen, nachlassendes Brennen
2–4 Wochen:
Das Gefühl von Druck im Beckenbereich und die Schmerzen im Dammbereich lassen deutlich nach
4–6 Wochen:
Die Schmerzen beim Samenerguss können verschwinden
Der Harnstrahl verbessert sich
6–12 Wochen:
Eine Besserung der Symptome um 50–80 %
Häufig gestellte Fragen zur Stoßwellenbehandlung bei Prostatitis
Ist die ESWT-Behandlung schmerzhaft?
Nein, es ist völlig schmerzfrei.
Wie lange dauert der Vorgang?
10–20 Minuten.
Wie viele Sitzungen sind erforderlich?
4 bis 12 Sitzungen.
Wann setzt die Wirkung ein?
In der Regel in der 2. oder 3. Sitzung.
Verringert die ESWT das Volumen der Prostata?
Nein, das Ziel ist nicht die Prostata selbst, sondern die Nerven und Muskeln im Beckenbereich.
Kann ESWT anstelle von Antibiotika eingesetzt werden?
Nicht, wenn eine Infektion vorliegt; bei chronischem CPPS sind Antibiotika ohnehin wirkungslos.
- Fazit: Die Stoßwellentherapie bei Prostatitis ist ein moderner, sicherer und wirksamer Ansatz
Die Prostatitis ist eine komplexe Erkrankung, die insbesondere in ihren chronischen Formen die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt. Bei Patienten, die nicht auf Standardbehandlungen ansprechen, istdie ESWT (Stoßwellentherapie)heute eine moderne Behandlungsoption, deren Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen ist.
ESWT:
- Lindert Schmerzen im Beckenbereich
- Löst Muskelkrämpfe
- Senkt die Nervenempfindlichkeit
- Lindert Beschwerden beim Wasserlassen
- Verbessert die sexuelle Funktion
- Es ist sicher, schmerzfrei und schnell
Aus diesem Grund wird es bei der Behandlung der chronischen Prostatitis (CPPS) immer häufiger eingesetzt.
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