Botox für die Blase
Botox für die Blase
Botox, das in die Blase injiziert wird, wird gut vertragen, und die häufigste Nebenwirkung ist eine Harnwegsinfektion.
Was ist Botox?
Botox (Botulinumtoxin Typ A) ist ein Medikament, das bei lokaler Injektion die Muskeln vorübergehend lähmt. Botox ist vor allem für seine Anwendung in der Kosmetik bekannt, kann jedoch tatsächlich bei einer Reihe von Erkrankungen helfen. Botox ist ein Neurotoxin, das aus dem Bakterium Clostridium botulinum gewonnen wird. Dieses Bakterium kommt in vielen natürlichen Lebensräumen vor, darunter Seen, Böden und Wälder.Botox ist eine von der US-amerikanischen Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde (FDA) zugelassene Behandlung für eine durch neurologische Erkrankungen verursachte überaktive Blase, Harninkontinenz und spastische Blasen. Botox lähmt vorübergehend den Blasenmuskel, und die Wirkung hält etwa 6 Monate an.
Bei unsachgemäßer Anwendung kann es sich um eine hochgiftige Substanz handeln. Wird es Menschen in geringen Konzentrationen injiziert, kann es die Übertragung von Signalen der Nervenzellen an die Muskeln blockieren.
Damit sich die Muskeln zusammenziehen können, müssen die Nerven an der Stelle, an der die Nervenenden auf die Muskelzellen treffen, den Botenstoff Acetylcholin freisetzen. Botox verhindert die Kontraktion der Muskelzellen, indem es die Freisetzung von Acetylcholin blockiert.
Wie können Botox-Injektionen eine überaktive Blase oder Inkontinenz behandeln?
Im Jahr 2013 hat die FDA die Anwendung von Botox zur Behandlung der überaktiven Blase (OAB) zugelassen. Diese Zulassung erweiterte die zuvor erteilte Zulassung für den Einsatz dieser Behandlungsoption bei Harninkontinenz und bei schweren spastischen Blasen, die auf neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder die Parkinson-Krankheit zurückzuführen sind.
Botox wirkt, indem es die Nerven beruhigt, um so die Signale zu unterbinden, die eine überaktive Blase oder Inkontinenz auslösen. Dies sollte nicht die erste Behandlungsmaßnahme sein, kann jedoch sowohl für Männer als auch für Frauen eine gute Option vor einer Operation darstellen.
Ablauf einer Botox-Behandlung
Vor der Botox-Behandlung wird ein Test durchgeführt, um sicherzustellen, dass der Patient keine Harnwegsinfektion hat. Sollte eine solche vorliegen, wird der Behandlungstermin verschoben.
Der Arzt führt eine Zystoskopie durch, indem er ein Zystoskop in die Harnröhre, also die Öffnung, durch die der Urin den Körper verlässt, einführt. Botox wird über das Zystoskop durch eine Reihe schneller Injektionen in bestimmte Bereiche des Blasenmuskels des Patienten verabreicht.
Es kann 24 bis 72 Stunden dauern, bis die Wirkung des Botox einsetzt, in seltenen Fällen kann es jedoch auch länger dauern.
Etwa 6 von 100 Patienten benötigen nach der Behandlung einen Katheter. Sollte dies erforderlich sein, wird der Arzt Ihnen vor der Behandlung den Ablauf der Katheterisierung erklären. Es handelt sich dabei um einen Katheter, der kleiner ist als die in Krankenhäusern verwendeten und sich leicht verbergen lässt.
Nebenwirkungen
Botox-Injektionen werden im Allgemeinen gut vertragen, jedoch kann es bei den ersten paar Malen, wenn der Patient Wasser lässt, zu einem Brennen oder Stechen kommen. Außerdem können Patienten unmittelbar nach der Behandlung Blut im Urin feststellen.
Die häufigste Nebenwirkung der Botox-Anwendung bei der Behandlung einer überaktiven Blase oder von Inkontinenz ist eine Harnwegsinfektion. Zu den weiteren Nebenwirkungen zählen Müdigkeit, schmerzhaftes oder erschwertes Wasserlassen sowie eine vorübergehende Unfähigkeit der Blase, Urin abzulassen (Harnverhaltung).
Häufigkeit der Injektionen
Die Wirkung von Botox hält etwa sechs Monate an, und wenn der Patient feststellt, dass die Wirkung nachlässt, muss eine erneute Injektion erfolgen. Die Patienten sollten zwischen den Behandlungen mindestens drei Monate warten, es gibt jedoch keine Begrenzung hinsichtlich der Anzahl der möglichen Behandlungen.
Vergleich der Blasen-Botox-Behandlung mit ähnlichen Behandlungsmethoden
Botox kann bei einer überaktiven Blase oder Inkontinenz zahlreiche Vorteile bieten. Diese Behandlung kann für Menschen jeden Alters ideal sein. Bei älteren Patienten kann diese Behandlung einer Operation vorzuziehen sein, da sie den Körper weniger belastet.
Die Kosten für Botox-Injektionen zur Behandlung der Blase sind vergleichbar mit denen für orale Medikamente, sakrale Neuromodulation (SNM) oder perkutane Tibialis-Nerv-Stimulation (PTNS), die meist von der Krankenkasse übernommen werden.
Orale Medikamente: Botox-Injektionenverringern die Notwendigkeit für den Patienten, täglich eine Tablette einzunehmen. Der Nachteil von Botox-Injektionen besteht darin, dass die Patienten etwa alle sechs Monate zum Arzt gehen müssen, um sich neue Injektionen verabreichen zu lassen.
Nervenstimulation: SNMund PTNS sind zwei Arten der Nervenstimulationstherapie. Bei diesen Therapien wird der Sakralnerv elektrisch stimuliert, wodurch die Blasen- und Darmfunktion beeinflusst werden kann.
Ein Vorteil der SNM-Behandlung gegenüber Botox besteht darin, dass sie im Voraus zeitlich feststeht und keine umfangreichen Nachsorgeuntersuchungen erfordert.
Botox erfordert einen geringeren Zeitaufwand als PTNS, da PTNS-Patienten zu Beginn eine 12-wöchige Behandlung benötigen.